Übersicht
Eine Komponente ist ein einzelnes Verpackungsmaterial und trägt die für Art. 5 entscheidenden Daten. Sie ist wiederverwendbar: dieselbe Komponente kann in mehreren Verpackungseinheiten stecken. Komponenten verwalten Sie unter Seitenleiste → Komponenten (/packaging/components); eine neue legen Sie über Komponente anlegen an — im Katalog, aus der Stückliste einer Einheit oder per Import.

Das Komponentenformular mit Stammdaten und Nachhaltigkeitsdaten
Abschnitt „Stammdaten”
Die Bezeichnungen oben sind die Auswahl im Formular. Beim Import tragen Sie stattdessen den Code in Klammern in die Datei ein (z. B.
paper_board); die vollständige Werteliste für alle codierten Spalten steht auf der Importseite.Code bereits vergeben
Der Code „…” ist bei diesem Lieferanten bereits an die Komponente „…” vergeben. Bitte einen anderen Code wählen.Wann passiert das? Die Komponenten-ID (der Code) muss unter Ihren aktiven Komponenten je Lieferant eindeutig sein — Komponenten ohne Lieferanten bilden eine eigene Gruppe. Die Meldung erscheint beim Anlegen oder Bearbeiten einer Komponente, wenn der Code in dieser Gruppe schon belegt ist, sowie beim Lieferant zuweisen (einzeln oder als Massenaktion): Durch den Lieferantenwechsel wandert die Komponente in eine andere Gruppe, in der ihr Code bereits vergeben sein kann. Auch beim Wiederherstellen aus dem Papierkorb erscheint sie, wenn der Code zwischenzeitlich neu vergeben wurde. Die Fehlermeldung nennt die vorhandene Komponente beim Namen. So beheben Sie es: Meist existiert die Komponente bereits — arbeiten Sie mit der vorhandenen weiter (die Meldung nennt sie). Soll es tatsächlich eine zweite Komponente sein, vergeben Sie einen anderen, noch freien Code. Bei der Massenaktion Lieferant zuweisen ändern Sie zuerst den Code der betroffenen Komponente und weisen dann erneut zu. Derselbe Code für verschiedene Lieferanten ist dagegen ausdrücklich erlaubt.
Eine gelöschte Komponente blockiert den Code nicht — deren Code können Sie sofort wieder verwenden. Umgekehrt gilt: Wollen Sie eine gelöschte Komponente fortführen, stellen Sie sie über den Filter für gelöschte Datensätze wieder her, statt sie neu anzulegen. Bei einer Sammel-Wiederherstellung werden Komponenten, deren Code inzwischen neu vergeben ist, übersprungen — die Meldung nennt die Anzahl.
Abschnitt „Nachhaltigkeitsdaten”
Dieser Abschnitt liefert die Nachweise, die die technische Dokumentation nach Anhang VII benötigt. Er ist in Erforderlich für 2026 (Art. 5) und Optional / ergänzend gegliedert.Erforderlich für 2026 (Art. 5)
Schwermetalle
- Schwermetalle (mg/kg) — die Summe aus Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom. Art. 5 begrenzt sie auf 100 mg/kg für alle Verpackungen. Das Feld gibt sofortiges Feedback:
- ✓ Grenzwert eingehalten (≤ 100 mg/kg)
- ⚠ Grenzwert überschritten (> 100 mg/kg)
- Nachweisgrundlage — wie der Wert belegt ist: Prüfbericht oder Lieferantenerklärung (auch von Lieferanten außerhalb der EU gültig). Bei „Prüfbericht” ist auf der Lieferanten-Erfassungsstrecke der Bericht als Datei hochzuladen.
- Messnorm/-methode (Schwermetalle) — angewandte Norm/Methode (z. B.
CEN/CR 13695-1), erscheint in Anhang VII Buchst. d.
Der Grenzwert bindet die Verpackungseinheit als Ganzes — einschließlich der zugehörigen Druckfarben, Lacke, Kleb- und Haftstoffe, die der Erzeuger mit in Verkehr bringt (Kommissions-FAQ III.17 zu den Stoffbeschränkungen des Art. 5). Erfassen Sie diese Anteile also mit, wenn sie zur Einheit gehören.
Ausnahme für Recyclingglas — sprechen Sie uns an. Die Kommissionsentscheidung 2001/171/EG gilt weiter: Eine Überschreitung der 100 ppm ist zulässig, wenn sie auf den Einsatz von Recyclingglas zurückgeht; ein absichtliches Einbringen von Blei, Cadmium, Quecksilber oder Chrom VI bleibt unzulässig (FAQ III.14). Polygon One kennzeichnet heute jeden Wert über 100 mg/kg als Überschreitung und lässt keine Ausnahme zu — eine Erfassung der Ausnahmeerklärung ist in Vorbereitung. Bis dahin melden Sie sich bitte bei uns.
Produktkontakt und PFAS
Zwei Schalter steuern den PFAS-Block:- Kontaktsensitiv
- Lebensmittelkontakt — schaltet die PFAS-Felder frei (Lebensmittelkontakt setzt „kontaktsensitiv” voraus). Wird der Schalter deaktiviert, werden die PFAS-Angaben wieder verworfen.

Die freigeschalteten PFAS-Felder bei aktivem Lebensmittelkontakt
Zum Einordnen der PFAS-Werte:
- Die Grenzwerte gelten für absichtlich zugesetzte und unbeabsichtigt vorhandene PFAS gleichermaßen — Art. 5 Abs. 5 unterscheidet nicht (Kommissions-FAQ III.16).
- Eine CAS-Liste der betroffenen PFAS wird nicht veröffentlicht; die Grenzwerte gelten für alle Stoffe unter der PPWR-Definition (FAQ III.18).
- Eine harmonisierte Prüfmethodik ist noch in Arbeit — die Kommission arbeitet mit den Marktüberwachungsbehörden und dem EURL für Lebensmittelkontaktmaterialien an einem einheitlichen Prüfprotokoll (FAQ III.19).
Optional / ergänzend
Diese Felder sind für 2026 nicht erforderlich; sie unterstützen die Risikoanalyse und spätere Pflichten und blockieren nie die Vollständigkeit.- Masse (g) — Grundlage für die Materialaufschlüsselung nach Anhang VII und die Verpackungsminimierung (Art. 10, ab 2030).
- Rezyklatanteil (%) — Post-Consumer-Rezyklat für Kunststoffteile. Ein Wert über 0 % erfordert Quelle (Post-Consumer/PCR oder Post-Industrial/PIR) und Methode (Physisch oder Massenbilanz). Bei Kunststoff zeigt das Feld einen informativen Zielabgleich.
- Notizen und optional eine Technische Zeichnung (Anhang VII Buchst. b).
Welche Zielquote gilt
Es gibt keine einheitliche Quote. Die Mindestquote nach Art. 7 Abs. 1 ergibt sich in zwei Schritten — erst Kontaktsensitivität, dann Polymer (Kommissions-FAQ V.5):
Dazu die Randbedingungen:
- Geltungsbereich: die Quoten gelten für die Kunststoffteile von Verkaufs-, Um- und Transportverpackungen (FAQ V.5).
- Einweg-Getränkeflaschen: Die 10-%-Quote nach Buchst. b erfasst keine Einweg-Kunststoff-Getränkeflaschen — für sie gilt Buchst. c (FAQ V.5).
- Bagatellgrenze: Kunststoffteile, die weniger als 5 % des Gesamtgewichts der Verpackungseinheit ausmachen, sind ausgenommen (Art. 7 Abs. 5 Buchst. b; FAQ V.7). Die Ausnahme gilt nur für Kunststoffteile — ein metallischer Verschluss fällt ohnehin nicht in den Anwendungsbereich.
- Nicht als Kunststoff gelten Klebstoffe, Farben und Druckfarben — unabhängig von ihrem Gewichtsanteil (FAQ V.3).
- Berechnung: als Jahresdurchschnitt je Herstellungswerk, jeweils je Verpackungsart und -format (FAQ V.2).
- Frist: 1. Januar 2030 oder drei Jahre nach Inkrafttreten des Durchführungsrechtsakts zu Art. 7 Abs. 8 — je nachdem, was später eintritt (FAQ V.6).
Datenvollständigkeit
Die Datenvollständigkeit-Badge einer Komponente ist genau dann Vollständig, wenn der Schwermetallwert vorhanden ist und — bei Lebensmittelkontakt — ein PFAS-Nachweis (Bestätigung oder eine Gesamtfluor-Messung). Teils gefüllt → In Bearbeitung, nichts gefüllt → Unvollständig. Rezyklatanteil und Masse zählen bewusst nicht hinein.Wird eine Art-5-Substanz behauptet (ein Wert eingetragen), werden Nachweisgrundlage und Messnorm/-methode zu Pflichtfeldern. Das Formular blockiert das Speichern, bis eine belegte Grundlage angegeben ist.
Wiederverwendung über Einheiten hinweg
Auf der Detailseite einer Komponente zeigt der Tab Verpackungseinheiten alle Einheiten, in denen die Komponente steckt — jeweils mit der verknüpften Menge. Da die Daten zentral auf der Komponente liegen, wirkt eine Änderung auf alle verknüpften Einheiten.Aus einer Auswahl eine Verpackungseinheit erstellen
Umgekehrt können Sie aus vorhandenen Komponenten direkt eine neue Einheit bauen: Markieren Sie in der Komponentenliste die gewünschten Zeilen und klicken Sie auf „Verpackungseinheit aus {Anzahl} erstellen”. Im Dialog geben Sie Name, Beschreibung und vorgesehener Verwendungszweck, Verpackungstyp und Rolle des Wirtschaftsakteurs an; die Interne Referenz ist optional — bleibt sie leer, vergibt Polygon One automatisch die nächste freie Referenz (PU-1, PU-2, …). Polygon One legt die Einheit an, verknüpft die markierten Komponenten als deren Stückliste und öffnet anschließend die neue Detailseite.
Pro Verpackungseinheit sind höchstens 500 Komponenten möglich. Ist die Auswahl größer, ist die Schaltfläche deaktiviert und weist mit einem Hinweis darauf hin, die Auswahl zu verkleinern.
Zurück zum Datenmodell
Wie Komponenten, Einheiten und Artikel zusammenhängen.