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Übersicht

Nachdem Geodaten und rechtliche Informationen eingegangen sind, führt Polygon One automatisch eine umfassende Risikoanalyse durch. Das System unterscheidet zwischen geografischen Risiken (Entwaldung und Walddegradation) und rechtlichen Risiken (Verstöße gegen landesspezifische Gesetze). Beide Dimensionen müssen erfüllt sein, damit ein Artikel als konform gilt.

Geografische Risikoanalyse

Polygon One analysiert die übermittelten Produktionsflächen mithilfe mehrerer Satellitendatenquellen. Ziel ist es festzustellen, ob nach dem Stichtag 31. Dezember 2020 Entwaldung oder Walddegradation auf den Flächen stattgefunden hat.

Verwendete Satellitendatenquellen

Zusätzlich werden Plausibilitätsprüfungen durchgeführt — z.B. ob die Fläche mit städtischen Gebieten oder Gewässern überlappt.

Wie die Signale kombiniert werden

Kein einzelner Datensatz entscheidet allein — die Risikostufe entsteht aus der Kombination:
  • Gemessener Waldverlust (Hansen oder TMF) nach dem Stichtag wird als Umwandlung behandelt, sofern keine Nachweise etwas anderes belegen (z.B. bestätigte Plantagenernte).
  • Störungswarnungen allein — ohne bestätigten Waldverlust — führen höchstens zu mittlerem Risiko. Ein hohes Risiko entsteht erst, wenn eine zweite Datenquelle den Verlust bestätigt oder Warnungen über mehrere Jahre hinweg wiederkehren.
  • Kleinstverluste unterhalb der Satellitenauflösung (einzelne Pixel) werden nicht als Entwaldungsnachweis gewertet.
  • Ein „nicht gemessen” (z.B. fehlende Datenabdeckung) senkt das Risiko nie — fehlende Abdeckung wird ausgewiesen statt als unauffällig gewertet.

Mögliche Geo-Risikokennzeichen

Nach der Analyse werden Produktionsflächen mit Risikokennzeichen versehen:

Flächendetails mit Risikokennzeichen und Satellitenanalyse

Flächenstatus nach Analyse

Das Überspringen der Analyse für Länder mit geringem Risiko ist optional und wird unter Einstellungen → Automatisierungen aktiviert.

Rechtliche Risikoanalyse

Neben der geografischen Analyse prüft das System die rechtliche Compliance basierend auf dem Fragebogen und den eingereichten Dokumenten. Risiken werden pro Risikokategorie des jeweiligen Produktionslandes identifiziert.

Rechtliche Risikokategorien

Rechtliche Risikokategorien mit Status

Anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierungen (FSC, PEFC, SFI, ISCC, Rainforest Alliance, RSPO, Fairtrade, RTRS, EU Organic) können automatisch mehrere rechtliche Kategorien abdecken. Für Holzprodukte aus FLEGT-VPA-Ländern erfüllt eine gültige FLEGT-Lizenz alle rechtlichen Kategorien auf einmal.

Compliance-Dashboard

Sobald die Analyse abgeschlossen ist, zeigt das Compliance-Dashboard (Seitenleiste → Compliance → Eingehend, /inbound) eine vollständige Übersicht:

Compliance-Dashboard mit Übersichtskennzahlen

  • EUDR-relevante Lieferanten — Anzahl der betroffenen Lieferanten
  • Analysierte Fläche — Gesamtfläche in Hektar
  • Konforme Artikel — Anzahl der konformen EUDR-relevanten Artikel
  • Ausstehende Aktionen — Artikel mit fehlenden Geo-Daten, fehlender rechtlicher Analyse oder fehlendem Bericht

Compliance-Status pro Artikel

Im Compliance-Dashboard (Eingehend) sehen Sie den Gesamtstatus für jeden Artikel:

Compliance-Details für einen Artikel

Ein Artikel ist erst dann konform, wenn:
  1. Alle Produktionsflächen die geografische Analyse bestehen (oder Risiken mitigiert sind)
  2. Alle rechtlichen Compliance-Kategorien erfüllt sind
  3. Die gesamte Lieferkette bewertet wurde

Nächste Schritte

Wenn Risiken erkannt wurden, müssen diese behoben werden, bevor eine DDS erstellt werden kann:

Risikobehebung

Erkannte Risiken mit der Compliance-Lücken-Ansicht beheben.

Befund-Katalog

Jeder Befund einzeln: Bedeutung, Schweregrad, Lösungsweg.

Nachweis-Akzeptanz

Welcher Nachweis ein Geo-Risiko tatsächlich schließt.

Berichte

Compliance-Berichte generieren und herunterladen.