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Übersicht

Der Compliance-Lücken-Ansicht listet Befunde — die konkreten Gründe, warum ein Artikel noch nicht konform ist. Diese Seite ist das Nachschlagewerk dazu: Für jeden Befundtyp steht hier, was er bedeutet, warum er wichtig ist und wie Sie ihn schließen. Jeder Befund hat drei Eigenschaften:
Ein Befund verschwindet nicht dadurch, dass Sie ihn beim Lieferanten angefragt haben. Er wechselt dann nur auf Warten auf Lieferant und bleibt offen, bis neue Informationen eingegangen und geprüft sind.

Bereich Geodaten

Fehlende Geodaten

Blockierend. Für diesen Artikel wurde noch keine nutzbare Parzelle angegeben.
  • Warum das wichtig ist: Ohne Produktionsflächen kann die Satellitenanalyse gar nicht laufen. Art. 9 Abs. 1 lit. d EUDR verlangt die Geolokalisierung aller Parzellen.
  • So schließen Sie ihn: Parzellen selbst importieren (siehe Parzellenimport) oder beim Lieferanten anfragen.

Ungültige Parzellengeometrie

Blockierend. Die Analyse hat die Geolokalisierung einiger Parzellen zurückgewiesen: Die Fläche überlappt zu mehr als 10 % mit Wasser- oder Stadtgebiet. Diese Parzellen müssen korrigiert werden.
  • Warum das wichtig ist: Eine Fläche, die nachweislich keine belastbare Produktionsfläche darstellt, kann keine belastbare Analysegrundlage sein. Der Artikel steht deshalb auf Ungültig, nicht auf „Nicht konform” — es liegt kein Risikobefund vor, sondern ein Datenfehler.
  • Wann „Ungültig” nicht mehr gilt: Der Status Ungültig hält nur, solange die zurückgewiesene Geolokalisierung der einzige Mangel ist. Er wird zu Nicht konform, sobald zusätzlich (a) eine tatsächlich analysierte Parzelle nicht risikoarm ist, (b) auf einer Parzelle Entwaldung oder Degradierung festgestellt wurde, oder (c) ein ungelöstes hartes Post-Stichtag-Signal offen ist.
  • So schließen Sie ihn: Öffnen Sie die betroffenen Parzellen und korrigieren Sie die Geometrie. Häufigste Ursachen sind vertauschte Längen-/Breitengrade, ein falsches Koordinatenformat oder ein zu grob gezeichnetes Polygon.

Fehlende Produktionsdaten

Blockierend. Für eine oder mehrere Parzellen fehlt der Produktionszeitraum.
  • Warum das wichtig ist: Ohne Produktionszeitraum lässt sich nicht bestimmen, ob die Produktion vor oder nach dem Stichtag 31. Dezember 2020 lag. Der Artikel zeigt deshalb Daten fehlen; intern bleibt das Compliance-Ergebnis Unbekannt. Beide Zustände sperren die automatische DDS-Erstellung.
  • So schließen Sie ihn: Produktionszeitraum an der Parzelle nachtragen oder beim Lieferanten anfragen.

Ungelöste Risiko-Kennzeichnungen

Blockierend bei hohem Schweregrad, sonst Warnung. Satelliten- oder Landnutzungssignale auf einer oder mehreren Parzellen benötigen noch einen Nachweis oder eine Erklärung.
  • Warum das wichtig ist: Die EUDR-Prüfung benötigt Nachweise, dass festgestellte Landnutzungsrisiken vernachlässigbar sind (Art. 10 EUDR). Ein unbeantwortetes Signal bleibt ein Risiko.
  • So schließen Sie ihn: Laden Sie einen Nachweis hoch oder ergänzen Sie eine klare Erklärung für die betroffenen Parzellen. Alternativ fragen Sie den Lieferanten.
Welcher Nachweis ein bestimmtes Signal tatsächlich schließt und wann eine Notiz allein genügt, steht in Nachweise, die ein Geo-Risiko schließen.

Jedes Risiko-Kennzeichen erklärt sich selbst

Hinter „Ungelöste Risiko-Kennzeichnungen” steckt nicht ein Befund, sondern der jeweils konkrete: „Wald durch mehrere Datensätze bestätigt”, „Baumverlust nach 2020 festgestellt (Hansen GFC)”, „Aktuelle Vegetationsstörungs-Alarme erkannt (GFW)” und so fort. Jedes dieser Kennzeichen trägt seinen eigenen Titel, seine eigene Erklärung und seine eigene Nachweisanforderung. Im Dialog „Risiko mitigieren” steht jedes Kennzeichen einzeln mit dem, was es konkret verlangt. Unter „Warum besteht dieses Risiko?” finden Sie zusätzlich eine jargonfreie Zusammenfassung und einen Satz dazu, womit sich das Kennzeichen ausräumen lässt. Es gibt genau drei Varianten:
  • „Lässt sich nur mit Nachweisen zu den betroffenen Flächen selbst ausräumen – ein allgemeines Zertifikat genügt nicht.” — nur ein parzellenbezogener Nachweis hilft.
  • „Lässt sich mit einem gültigen Zertifikat eines anerkannten Systems und Ihrer ausdrücklichen Bestätigung ausräumen.” — Zertifikat plus Ihre Entscheidung.
  • „Lässt sich mit einem gültigen Zertifikat eines anerkannten Systems ausräumen.” — ein gültiges Zertifikat genügt.
Lesen Sie diesen Satz, bevor Sie ein Dokument anfordern — er sagt Ihnen, ob ein Betriebszertifikat überhaupt in Frage kommt.

GFW-Warnabdeckung nicht bestätigt

Rein informativ — dieses Kennzeichen wird weder als blockierend noch als Warnung geführt. Für diese Fläche konnte die Abdeckung durch den GFW-Warnmelder nicht bestätigt werden; die Entwaldungsbewertung stützt sich dann nur auf Hansen-GFC-Daten.
  • So schließen Sie ihn: Nichts zu tun. Der Befund sagt nur, dass eine Datenquelle für diese Fläche nicht bestätigt beitragen konnte.
  • Zeigen zwei Berichte zu derselben Fläche hier Unterschiedliches, analysieren Sie die Fläche neu — die Darstellung folgt dem letzten Analyselauf.

Nachweis wartet auf Prüfung

Warnung. Eingereichte Parzellennachweise sind zur Prüfung bereit.
  • Warum das wichtig ist: Ein eingereichter Nachweis ist noch kein angenommener Nachweis. Erst Ihre Entscheidung macht aus der Einreichung ein Ergebnis.
  • So schließen Sie ihn: Prüfen Sie den eingereichten Nachweis oder die Lieferantenantwort und akzeptieren Sie ihn nur, wenn er die betroffenen Parzellen und das konkrete Risiko abdeckt. Sonst lehnen Sie mit Begründung ab.

Bereich Dokumente

Rechtsnachweis erforderlich

Warnung nur, solange die Kategorie in Prüfung ist; in jedem anderen offenen Zustand — nicht konform, aber auch unbekannt oder unklar — blockierend. Blockierend ist hier der Regelfall, Warnung die Ausnahme. Für eine rechtliche Risikokategorie — etwa Landnutzungsrechte oder Forstrecht — fehlt noch ein akzeptabler Nachweis.
  • Warum das wichtig ist: Ein rechtlicher Nachweis mindert das festgestellte Risiko nur, wenn er gültig, relevant und für das richtige Land und die richtigen Parzellen akzeptiert ist.
  • So schließen Sie ihn: Laden Sie ein gültiges Dokument oder Zertifikat für dieses Risiko hoch. Liegt der Nachweis beim Lieferanten, senden Sie eine gezielte Korrekturanfrage.
  • Fortschritt lesen: Die Karte zeigt „X von Y erforderlichen Dokumenten hochgeladen, Z verifiziert”. Hochgeladen ist nicht verifiziert — erst die Verifizierung schließt die Kategorie.
  • Wenn es das Dokument nicht gibt: Der Lieferant kann statt eines Nachweises eine begründete Erklärung abgeben. Über der Anforderung steht dann „Lieferant erklärt, dass kein Dokument existiert (…)” mit Erklärung annehmen / Erklärung ablehnen. Auch eine angenommene Erklärung erfüllt den Befund nicht — er bleibt blockierend; siehe Risikobehebung.
  • Zertifikat vorhanden, Kategorie trotzdem offen? Ein angenommenes Zertifikat deckt die Kategorie erst ab, wenn es jede Parzelle des Artikels im betroffenen Land erreicht. Offene Parzellenzuordnungen bestätigen Sie über die Aufgabe „Parzellenabdeckung bestätigen” — siehe Nachweis-Akzeptanz → Ein Zertifikat deckt nur die Parzellen ab, die ihm zugeordnet sind.
Welche Kategorien es gibt und welche Nachweise dort typischerweise passen, steht unter Risikoanalyse → Rechtliche Risikokategorien.

Abgelaufenes Zertifikat

Blockierend. Das Zertifikat ist abgelaufen und unterstützt die aktuelle Prüfung nicht mehr.
  • Warum das wichtig ist: Ein abgelaufenes Zertifikat belegt nichts über den heutigen Zustand. Es wird deshalb nicht mehr als Nachweis gewertet — auch dann nicht, wenn es zum Zeitpunkt des Uploads gültig war.
  • So schließen Sie ihn: Fordern Sie eine erneuerte, gültige Fassung an und laden Sie sie hoch. Das abgelaufene Dokument bleibt für die Nachvollziehbarkeit erhalten.

Vorgeschlagene Dokumente zur Prüfung

Warnung. Ein Dokument wurde analysiert. Seine vorgeschlagene Verwendung muss bestätigt oder abgelehnt werden.
  • Warum das wichtig ist: Die Zuordnung eines Dokuments zu einer Kategorie, einem Land und bestimmten Parzellen ist ein Vorschlag der Analyse, keine Entscheidung. Solange sie nicht bestätigt ist, deckt das Dokument nichts ab.
  • So schließen Sie ihn: Öffnen Sie den Vorschlag, prüfen Sie das Dokument und bestätigen oder lehnen Sie die vorgeschlagene Verwendung ab.

Bereich Fragebogen

Fragebogen unvollständig

Blockierend. Antworten fehlen oder weisen auf ein rechtliches Risiko hin, das noch geklärt werden muss.
  • Warum das wichtig ist: Der Fragebogen bestimmt, welche rechtlichen Risiken überhaupt gemindert werden müssen und welche Nachweise relevant sind. Solange er unvollständig ist, ist die Liste der benötigten Dokumente unvollständig.
  • So schließen Sie ihn: Öffnen Sie den Fragebogen, korrigieren Sie die markierten Antworten und führen Sie die Prüfung erneut aus.
Kritische Fragebogen-Probleme lassen sich nicht durch Dokumenten-Uploads lösen. Wenn eine Antwort selbst das Risiko auslöst, muss die Antwort korrigiert werden — ein zusätzliches Dokument ändert daran nichts.

Woher das Problem kommt und wie Sie es korrigieren

Im roten Kasten „Kritische Probleme” steht die Herkunft ausdrücklich dabei:
„Diese Punkte stammen aus der Selbstauskunft des Lieferanten. Zertifikate heben sie nicht auf — die Korrektur erfolgt über den Fragebogen.”
Darunter stehen zwei Schaltflächen:
  • „Antworten ansehen” öffnet den Fragebogen an Ort und Stelle und springt zur ersten beanstandeten Antwort — Sie müssen sie nicht suchen.
  • „Fragebogen-Korrektur anfordern” führt in die Compliance-Lücken-Ansicht, wo Sie die Korrektur beim Lieferanten anfragen („Lieferant anfragen”) oder den Fragebogen selbst ausfüllen („Selbst ausfüllen”).
Die einzelnen Probleme sind kodiert und übersetzt — Sie lesen sie in Ihrer Oberflächensprache, nicht als englischen Rohtext. Ihre Einstufung als kritisch oder als Warnung kommt aus der Definition des Problems, nicht aus dem Wortlaut.
Der Fragebogen hängt am Artikel des Lieferanten, nicht am Lieferanten. Vier Artikel desselben Lieferanten erzeugen darum vier gleich aussehende Karten. Läuft für einen anderen Artikel bereits eine Anfrage, weist die Karte darauf hin — „Für einen anderen Artikel dieses Lieferanten ist bereits eine Fragebogen-Anfrage offen (gesendet am …)” bzw. „… bereits beantwortet (gesendet am …)” — mit einer Schaltfläche zur laufenden Anfrage. Der Hinweis blockiert nichts; er erspart Ihnen die vierfache Nachfrage.
Dasselbe Ergebnis sehen Sie auch auf der Dokumentenseite. Die Zeile Fragebogen-Antworten unter Dokumente zeigt blockierende Fragebogen-Probleme oben im Betrachter an und wird selbst als abgelehnt geführt — sie zählt damit im Problemzähler der Seite mit und ist über den Filter auffindbar. Reine Warnungen ändern den Status nicht.

Wenn eine Antwort markiert ist, obwohl sie für sich in Ordnung ist

Manche Artikel werden nach Art. 13 EUDR von „geringes Risiko” auf die normale Stufe hochgestuft — etwa weil die Ware in einem anderen Land als dem Erzeugerland verarbeitet oder umgeschlagen wurde, weil ein hohes Umgehungsrisiko angegeben ist oder weil die berechnete Lieferkettenkomplexität hoch ist. Ab einer bestimmten Zahl von Risikohinweisen löst das die Meldung „… Risikohinweise: Die Sorgfaltspflicht wurde nach EUDR Art. 13 auf die Stufe … hochgestuft” aus. Im Fragebogen-Betrachter sind die Antworten, die zu dieser Summe beigetragen haben, als Warnung (gelb) gekennzeichnet und mit dem Satz „Diese Antwort wurde zur Prüfung markiert” beschriftet — nicht als Verstoß und nicht als „OK”. Ein echter Verstoß steht rot mit „Diese Antwort hat zum Nicht-Konformitätsstatus beigetragen”.

Fragebogen erfordert Aufmerksamkeit

Warnung. Der Fragebogen enthält Hinweise, die vor Abschluss der Prüfung kontrolliert werden sollten, die Compliance aber nicht blockieren.
  • So schließen Sie ihn: Hinweise durchsehen und, falls berechtigt, die betreffenden Antworten korrigieren. Sie können den Artikel auch mit offener Warnung zur DDS führen.

Was blockiert die DDS?

Der Schweregrad eines Befunds sperrt gar nichts. Er ist eine Arbeitspriorität: Er bestimmt die Farbe der Kennzeichnung, die Zähler pro Kategorie und die Sortierung in der Compliance-Lücken-Ansicht. Kein DDS-Pfad liest ihn. Was die automatische DDS-Erstellung tatsächlich sperrt, sind zwei andere Dinge:
  1. Der Gesamt-Compliance-Status des Artikels. Nur Konform und Vor dem Stichtag nicht erforderlich lassen die Automatik durch. Jeder andere Status — Nicht konform, Ungültig, In Prüfung, Unbekannt — sperrt sie. Fehlt für den Artikel überhaupt ein Compliance-Ergebnis, sperrt das ebenfalls (die Automatik ist bewusst fail-closed).
  2. Ungelöste harte Post-Stichtag-Signale auf den Parzellen des Artikels.
Diese Sperre gilt nur für den Automatikpfad. Die manuelle DDS-Erstellung, die REST-API und die Übermittlung an TRACES sind bewusst nicht gesperrt: Sie zeigen eine deutliche Warnung, lassen Sie aber weitergehen. Die Entscheidung, mit offenen Befunden einzureichen, bleibt bei Ihnen und ist gegenüber der Behörde zu vertreten.
Die folgende Tabelle nennt nur, wie der Dialog den Befund kennzeichnet — nicht, ob er die DDS sperrt:
„Warnung” heißt nicht „unkritisch”. Der Befund, dass kein Veränderungsdatensatz die Fläche nach dem Stichtag beobachtet hat, wird im Dialog als Warnung geführt — er setzt den Artikel aber auf Nicht konform und sperrt damit die automatische DDS-Erstellung, bis er beantwortet ist. Lesen Sie für die DDS deshalb immer den Gesamtstatus des Artikels, nie die Farbe einer einzelnen Kennzeichnung.
Warnungen verschwinden nicht von selbst. Sie bleiben sichtbar, damit die Entscheidung, sie stehen zu lassen, eine bewusste bleibt.

Wo Sie Befunde finden

Solange offene Lücken bestehen, führen alle drei Einstiege in dieselbe Compliance-Lücken-Ansicht mit denselben Befunden — sie unterscheiden sich nur im Ausschnitt.

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