Der Weg zur EUDR-Konformität
Diese Seite fasst den gesamten Prozess kompakt zusammen — in der Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf; die Details finden Sie in den verlinkten Kapiteln. Der wichtigste Praxis-Tipp vorweg: Die Datensammlung bei Ihren Lieferanten ist der zeitintensivste Teil des Prozesses — Antworten dauern erfahrungsgemäß Tage bis Wochen. Alles, was Sie selbst in der Hand haben (Stammdaten, eigene Nachweise, TRACES-Zugang), erledigen Sie zügig; die Lieferanten-Einladungen versenden Sie so früh wie möglich und lassen die Erinnerungen automatisch laufen.Die sechs Schritte
Schritt 1: Ersteinrichtung
Richten Sie Ihren Firmenaccount ein und hinterlegen Sie Ihre TRACES-Zugangsdaten — ohne sie ist am Ende keine DDS-Einreichung möglich, und die Beantragung bei der EU kann dauern.Kümmern Sie sich jetzt schon um die E-Mail-Zustellbarkeit, nicht erst, wenn Lieferanten nicht antworten:
- Leiten Sie die IT-Whitelist an Ihre IT-Abteilung weiter.
- Optional, aber sehr wirksam: Versenden Sie Lieferanten-E-Mails über Ihre eigene Versanddomain — E-Mails von Ihrer eigenen Domain kommen bei Firmenpostfächern deutlich zuverlässiger an.
Schritt 2: Stammdaten importieren
Importieren Sie Lieferanten und Artikel per CSV-Import — Massenimport statt Einzelanlage. Bei Eigenproduktion verknüpfen Sie Ausgangs- und Eingangsartikel über die Stückliste; prüfen Sie Gewichte und Lieferantenland.Perfektion ist hier nicht nötig: Fehlende Angaben zeigt Ihnen die Plattform in den folgenden Schritten gezielt an.
Schritt 3: EUDR-Betroffenheitscheck
Der Betroffenheitscheck läuft automatisch über die HS-Codes Ihrer Artikel und bestimmt, welche Artikel EUDR-relevant sind. Prüfen Sie das Ergebnis und korrigieren Sie Einstufungen bei Bedarf manuell — nur relevante Artikel gehen in die Datensammlung, alles andere bleibt außen vor.
Schritt 4: Datensammlung (Art. 9 EUDR)
Für jeden relevanten Artikel brauchen Sie Geodaten (Parzellen) und Nachweise. Zwei Wege, die Sie parallel nutzen:
- Selbst hochladen, was Ihnen bereits vorliegt: Nachweise und Dokumente sowie Parzellen — der Import prüft die Geodaten automatisch auf Fehler.
- Lieferanten einladen für alles, was fehlt: Laden Sie alle betroffenen Lieferanten in einem Schwung zum Lieferanten-Onboarding ein und aktivieren Sie die automatischen Erinnerungen in den Einstellungen.
Früh einladen lohnt sich doppelt: Während Ihre Lieferanten antworten, arbeiten Sie ungestört an den übrigen Schritten weiter.
Schritt 5: Risikoanalyse (Art. 10 EUDR)
Die Risikoanalyse läuft automatisch, sobald Daten eintreffen — Satellitenbildauswertung für Entwaldungsrisiken und Dokumentenanalyse für Rechtsrisiken. Ihre Aufgabe ist die Behebung erkannter Risiken: Risiken sichten, Rückfragen an Lieferanten stellen, Entscheidungen dokumentieren. Berichte halten das Ergebnis für Ihre Dokumentationspflicht fest.Für Ursprünge aus Ländern mit geringem Risiko gilt die vereinfachte Sorgfaltspflicht (Art. 13) — die Analyse lässt sich dafür in den Einstellungen anpassen.
Schritt 6: DDS & Bestellungen (Art. 3 EUDR)
Legen Sie Bestellungen an oder importieren Sie sie, erstellen Sie daraus Sorgfaltspflichterklärungen (DDS) und reichen Sie diese direkt über die TRACES-Anbindung ein. Für den laufenden Betrieb nehmen Ihnen die Automatisierungen die Zuordnung und Erstellung der DDS ab.
Danach: der laufende Betrieb
Ist der Prozess einmal aufgesetzt, wird EUDR-Compliance zur Routine:- Neue Artikel und Lieferanten durchlaufen automatisch denselben Weg — Betroffenheitscheck, Datensammlung, Analyse.
- Anfragen an Lieferanten fordern Korrekturen und fehlende Nachweise gezielt dort an, wo die Risikobehebung eine Lücke findet.
- Benachrichtigungen informieren Sie, sobald etwas Ihre Aufmerksamkeit braucht — z.B. neue Lieferantenantworten oder erkannte Risiken.
- Das Dashboard bleibt Ihr Startpunkt: Es zeigt Fortschritt, Engpässe und die nächste sinnvolle Aktion.
Noch Fragen zum Ablauf?
Unser Team begleitet Sie gerne persönlich durch die Einrichtung.